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Chronik

Die Geschichte der Sektion Arnbruck seit 1911 – mit Waldschmidtdenkmal, Waldwiesmarterl und Gipfelkreuz am Mühlriegel.

Vereinsgeschichte

Die wichtigsten Stationen der Sektion Arnbruck im Überblick. Öffnen Sie eine Station für den ausführlichen Chroniktext und die historischen Bilder.

  1. 1905

    Arnbrucker im Verein Bayerwald Straubing

    Schon vor der Gründung einer eigenen Sektion zählt der Verein Bayerwald Straubing 22 Arnbrucker und Thalersdorfer zu seinen Mitgliedern.

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    Bereits 1905 führt der Verein Bayerwald Straubing 22 Arnbrucker und Thalersdorfer als Mitglieder.

  2. Schwarz-Weiß-Porträt eines älteren Mannes mit weißem Vollbart

    1906 und 1907

    Maximilian Schmidt zu Gast in Arnbruck

    Der Dichter Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt, besucht Arnbruck. Bei seinem zweiten Besuch erfährt er, dass ihm ein Denkmal errichtet werden soll.

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    Der Plan für ein Denkmal

    „Der Plan für die Denkmalserrichtung geht zunächst aus von dem Konservenfabrikanten Biller in Arnbruck und dessen Buchhalter, verdankt also seine Entstehung mehr geschäftlichem Reklamebedürfnis als ideellen Gesichtspunkten“ schreibt der Viechtacher Bezirksamtmann Wißling am 19. Juni 1907 an das Regierungspräsidium in Landshut.

    Er hat damit sicher ein Motiv beschrieben, das die Arnbrucker zum Bau des Denkmals auf dem 1132 m hohen Riedelstein, der höchsten Erhebung des Kaitersberges, veranlassten. Alois Biller gehörte, wie viele andere Honorationen dem Verschönerungsverein Arnbruck an. Ziel dieses Vereins war es, den Fremdenverkehr zu fördern und weiter zu entwickeln. Ein weiterer Hinweis auf wirtschaftliche Interessen ist die Verwendung des Riedelsteingipfels auf den Etiketten der Waldfrüchte Konservenfabrik Arnbruck.

    Die Besuche des Dichters

    Es gab freilich noch andere Beweggründe. 1906 war Hofrat Schmidt auf Einladung von Alois Biller für einen Tag, 1907 für mehrere Tage in Arnbruck. Beim zweiten Besuch überraschte ihn abends ein Kreis von Verehrern mit der Mitteilung, „dass geplant sei, ihm ein würdiges Denkmal für seine hohen Verdienste zu errichten“. Der Ausdruck hohe Verdienste meint wohl die Tatsache, dass der Schriftsteller auch den Bayerischen Wald zum Schauplatz seiner Romane und Erzählungen gewählt, die Waldheimat dadurch gleichsam auf eine höhere Ebene gehoben und einem großen Publikum bekannt gemacht habe. Noch höher dürften seine Verdienste um die Regionalförderung geschätzt worden sein.

    Maximilian Schmidt jedenfalls war von den Arnbrucker Plänen gerührt und sehr angetan. Er ist „den Arrangeuren auch mit Ratschlägen über die Durchführung zur Hand gegangen; es soll ein Bronzemedaillon von Überlebensgröße in den Felsen eingelassen werden. Die Fertigung des Entwurfs hat Professor Hauberrisser in München zugesichert und zwar als Freund des zu Ehrenden unentgeltlich“. Der Guß des Bronzemedaillons erfolgte in der Gießerei Rupp, München.

    Bilder

    • Schwarz-Weiß-Porträt eines älteren Mannes mit weißem Vollbart
      Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt (Bild aus dem Waldschmidt-Abschnitt der alten Chronik)
  3. 25. Oktober 1907

    Baugenehmigung zunächst abgelehnt

    Die für August 1907 geplante Enthüllung verzögert sich: Die Regierung von Niederbayern lehnt die Errichtung ab. Der Denkmalausschuss sammelt weiter Spenden.

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    Die für den 17. August 1907 vorgesehene Enthüllung des Denkmals verzögerte sich, denn die Regierung von Niederbayern erteilte die Baugenehmigung nicht rechtzeitig, sondern lehnte am 25. Oktober 1907 die Errichtung des Denkmals mit der Begründung „der nicht genügenden Tragfähigkeit des für das Denkmal in Aussicht genommenen Platzes und der Gefährlichkeit der Aufstellung eines geeigneten Baugerüstes und der Beischaffung der Baumaterialien“ ab.

    Spenden für das Denkmal

    Der Denkmalausschuss gab jedoch nicht auf, verfolgte den Bau weiter und sammelte Spenden. Doch auch dies verlief nicht nach Wunsch. Die Idee, ein Denkmal zu errichten, fand zwar viel Sympathie, die notwendigen Mittel kamen aber nur langsam und vielfach in kleinen Beträgen zusammen. Bei der Instandsetzung des Waldschmidtdenkmals im Jahre 1974 wurde eine Kupferdose mit einer Schriftrolle gefunden. Darauf sind die Spender größerer Beträge verzeichnet. Unter ihnen befinden sich der Magistrat von Taus in Böhmen, die Bayerwaldvereine von Köln und Berlin und die Waldvereinssektionen von Zwiesel, Bodenmais, Viechtach, Kötzting, Freyung, Furth im Wald, Schwandorf, Straubing, Neukirchen Hl. Blut, Eisenstein in Böhmen, Grafenau, Falkenstein, Passau, und Cham, sowie der Verein Bayerwald Straubing. Die zahlreichen kleineren Spenden von fünf Mark aufwärts zeigen, dass auch die Bevölkerung hinter dem Bau stand.

  4. 1908

    Die Baugenehmigung wird erteilt

    Die Bemühungen haben Erfolg: Das Denkmal darf gebaut werden – unter Leitung eines tüchtigen Meisters und mit geschulten Leuten.

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    1908 hatten die Bemühungen um die Baugenehmigung Erfolg. „Die in technischer Hinsicht geäußerten Bedenken lassen sich beheben, falls die Arbeiten unter Leitung eines tüchtigen Meisters von geschulten Leuten ausgeführt werden“, steht nun im Genehmigungsbescheid.

  5. Steinerner Turm mit Granitkugel auf einem bewaldeten Felsgipfel

    Ab Juni 1909

    Bau des Denkmals auf dem Riedelstein

    Zement wird mühsam vom Bahnhof Arrach auf den Gipfel geschafft. Nach drei Wochen Bauzeit steht der neun Meter hohe, von einer Granitkugel gekrönte Steinturm.

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    Der Materialtransport

    Im Juni 1909 wurde mit den Vorbereitungen zum Bau begonnen. Der notwendige Zement, 100 Zentner sollen es gewesen sein, wurde vom Bahnhof Arrach zum Riedelstein gebracht. Pferde und Fuhrwerk stellte der Gutsbesitzer und Gastwirt in Eschlsaign. Da der Weg schlecht und steil war, konnten die Pferde nur eine Fuhre von zehn Zentner zum Eck ziehen. Dort wurde die Hälfte abgeladen, denn zum Gipfel schafften sie nur fünf Zentner. So verging eine gute Woche für den Zementtransport. Unterhalb des Riedelsteins fanden die Bauleute brauchbaren Sand und in der Sandgrube sammelte sich glücklicherweise die zum Mörtelmachen notwendige Menge Wasser.

    Die Bauarbeiten

    Nachdem auf dem Gipfel eine Plattform für das Denkmal herausgesprengt, das Gerüstmaterial und alles sonst noch nötige auf den Gipfel geschafft worden war konnte der Bau beginnen. Im Juli 1909 wurde der Grundstein gelegt. Die Arbeiten begannen morgens um sechs Uhr und endeten abends um sechs Uhr. Zieht man die Pausen ab, wurde effektiv 10 Stunden gearbeitet. Für den Fußmarsch von Arnbruck zum Riedelstein braucht man zwei Stunden. Die Arbeiter marschierten also täglich um vier Uhr früh von Arnbruck ab und kehrten gegen halb acht Uhr abends wieder zurück. Brotzeit und Mittagessen nahmen sie selbstverständlich von zu Hause mit. Die Entlohnung für diesen Arbeitstag und die sicherlich nicht ungefährliche Arbeit betrug 3,20 Mark für den Maurer und 2,50 Mark für den Handlanger. Nach drei Wochen war der neun Meter hohe, massive, von einer Granitkugel gekrönte Steinturm fertig.

    Bilder

    • Steinerner Turm mit Granitkugel auf einem bewaldeten Felsgipfel
      Das Waldschmidtdenkmal auf dem Riedelstein
  6. 22. August 1909

    Einweihung des Waldschmidtdenkmals

    Das Denkmal wird mit einem großen Bergfest eingeweiht. Der Dichter ist erkältet und lässt sich von seiner Schwester und seinem Sohn vertreten.

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    Am 22. August 1909 wurde das Denkmal eingeweiht. Leider konnte der Dichter wegen einer Erkältung an der Enthüllung seines Denkmals nicht teilnehmen. Er ließ sich von seiner Schwester Amanda und seinem Sohn vertreten. Die Einweihung war ein großes Bergfest.

    Ein Wahrzeichen Arnbrucks

    Das Denkmal auf dem Riedelstein ist jetzt 92 Jahre alt. Was aus geschäftlichem Reklamebedürfnis entstanden sein soll, ist längst zum Wahrzeichen Arnbrucks geworden. Wir betrachten das Waldschmidtdenkmal als Vermächtnis der Sektionsgründer und fühlen uns stets verpflichtet es instand zuhalten.

    Text aus der Vereinschronik; „jetzt“ bezieht sich auf die Zeit, in der dieser Text geschrieben wurde.

  7. 13. November 1911

    Gründung der Sektion Arnbruck

    Die Sektion Arnbruck geht aus dem Verschönerungsverein hervor. Ihr Ziel: den Bayer- und Böhmerwald bekannter machen und den Fremdenverkehr in Arnbruck fördern.

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    Die Sektion Arnbruck besteht seit dem 13. November 1911. Sie ging aus dem Verschönerungsverein Arnbruck hervor. Die Gründer setzten sich das Ziel, „die Kenntnisse des Bayer- und Böhmerwaldes zu erweitern und zu verbreitern, deren Bereisung zu erleichtern, für die Hebung der landschaftlichen Schönheiten zu sorgen und den Fremdenverkehr in Arnbruck zu heben und zu fördern“. (aus dem Gründungsprotokoll)

    Die Hauptaufgabe der neuen Sektion sahen die Mitglieder wohl in der Förderung des Fremdenverkehrs. Dies belegt die Chronik: die Gründungsmitglieder entschlossen sich sofort sich dem „Passauer Centralverband anzuschließen und Arnbruck mit neuem Text im Sommerfrischen Verzeichnis des Centralverbandes weiterzuführen“.

    Aus der Vorstandsliste

    Erster Vorstand der Sektion war Hauptlehrer Franz Wagner (1911–1914); die Mitgliederzahl betrug 33.

  8. Verwitterte Steintafel mit kaum lesbarer Inschrift

    1920 und 1921

    Blitzschlag und erste Renovierung des Denkmals

    Ein Blitz beschädigt die Denkmalsspitze, während der Ausbesserung schlägt erneut ein Blitz ein. Im Herbst 1921 ist das Denkmal wiederhergestellt.

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    Die Mitglieder der Sektion halten das Denkmal instand. Die erste Renovierung war bereits 1921 notwendig. Ein Blitz hatte in die Denkmalsspitze eingeschlagen. Während der Instandsetzungsarbeiten schlug wieder ein Blitz ein und richtete größere Schäden an. Davon kündigt eine auf der Rückseite des Denkmals angebrachte Steintafel, deren Text in den fünfziger Jahren noch zu entziffern war.

    Erinnerungstafel

    A.D. 1920 durch Blitzschlag stark beschädigt, wurde das Denkmal 1921 wieder hergestellt. Während der Ausbesserung noch mehr zerstört, wurde es im Herbst 21 vollends hergestellt und durch einen Blitzableiter geschützt.

    W.V.S. Arnbruck

    Aus der Vorstandsliste

    Unter dem Vorsitz von Konservenfabrikant Alois Biller (1921–1924): Renovierung des durch Blitzschlag beschädigten Wald-Schmidt-Denkmals für 3605 Mark.

    Bilder

    • Verwitterte Steintafel mit kaum lesbarer Inschrift
      Die Erinnerungstafel auf der Rückseite des Denkmals
  9. Zweiter Weltkrieg

    Das Vereinsleben ruht

    Während des Krieges ruht das Vereinsleben. Das Bronzerelief wird aus dem Denkmal gebrochen und entwendet – und kehrt über einen Altmetallhändler zurück.

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    Während des 2. Weltkrieges ruhte das Vereinsleben.

    Das Bronzerelief

    Während des zweiten Weltkrieges wurde das Bronzerelief aus dem Denkmal gebrochen und entwendet. Glücklicherweise wurde es bei einem Altmetallhändler entdeckt und zurückgebracht. Waldvereinsmitglieder setzten es wieder in die Denkmalsnische ein und sicherten es mit einem Metallgitter.

  10. Holzkreuz mit Korpus unter einem kleinen Dach auf einem gemauerten Steinsockel im Wald

    21. September 1971

    Bau des Waldwiesmarterls

    Auf 1139 m Höhe zwischen Mühlriegel und Schwarzeck entsteht eine Gedenkstätte für die verstorbenen Mitglieder der Sektion – eine Gemeinschaftsleistung vieler Helfer.

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    Die Baugeschichte

    Schon lange keimte der Plan den verstorbenen Mitgliedern der Waldvereinssektion Arnbruck ein würdiges Denkmal zu errichten. Am 21. September 1971 war es soweit. Unter der Leitung des damaligen Vorstandes Alois Gröller, wurde auf dem Bergkamm zwischen Mühlriegel und Schwarzeck in 1139 m Höhe – direkt an der Kreuzung Kammweg Kaitersberg – Arber, Arnbruck – Osser auf einem Steinsockel ein massives Kreuz mit Korpus und Überdachung angebracht. Nach dem Waldschmidtdenkmal auf dem Riedelstein und dem Mühlriegelkreuz war es das dritte Werk auf diesem Bergzug und natürlich war es wieder eine gelungene Gemeinschaftsleistung.

    1. Vorstand, Förster Ludwig Gassler ließ von einigen Forstarbeitern die Baugrube ausheben. Xaver Aschenbrenner schaffte mit seinem Allradschlepper das gesamte Material, einschließlich des 10 Zentner schweren Kreuzes, das früher als Bußkreuz im Arnbrucker Friedhof stand, auf den Berg. Natürlich musste es zuvor entsprechend hergerichtet werden. Malermeister Franz Sogerer gab sich besonders bei der Restaurierung des Herrgotts viel Mühe. Zimmerermeister Franz Bauer und sein Sohn Alois erstellten das stabile Eichendach und die Kupferbedachung wurde von Spenglermeister Oskar Bauer geschaffen. Die Maurer Xaver Vogl und Michl Grotz, zwei alte Steinspezialisten, betrachteten es als Ehre den Sockel zu errichten. Es ist erwähnenswert, dass der „Andrel-Franzn-Xal“ beim Bau des Waldschmidtdenkmals der jüngste und nach 62 Jahren am Waldwiesmarterl der älteste Maurer war. In den Sockel wurde eine Steintafel mit der Inschrift: „Gedenkstätte für seine verstorbenen Mitglieder – Waldvereins-Sektion Arnbruck 1971“ eingelassen. Steinmetzmeister Alois Grassl hatte sie angefertigt.

    Das Aufstellen des Kreuzes

    Etwas schwieriger gestaltete sich das Aufstellen des Kreuzes. Fritz Schrötter hatte mit einem „Spezialfahrzeug“ – ein ausgedientes Motorrad mit einem Einachsanhänger, den „Corpus Christi“ von der Waldwiese zu seinem Ehrenplatz gefahren. Unter der Regie von Oskar Bauer und durch Zuhilfenahme eines schweren Flaschenzuges wurde diese Aufgabe gemeistert. Vorstand Alois Gröller, Wegewart Rudolf Wenzl, Alois Bauer und der langjährige Kassier Max Gröller halfen fleißig mit. Erst gegen 19 Uhr hatte die rührige Mannschaft die „Kreuzerhöhung“ geschafft. Auf dem Nachhauseweg durften alle eine verdiente Brotzeit in der Poschingerhütte genießen.

    Quelle: Alois Bauer, Waldvereinschronik

    Bilder

    • Holzkreuz mit Korpus unter einem kleinen Dach auf einem gemauerten Steinsockel im Wald
      Das Waldwiesmarterl
    • Schwarz-Weiß-Foto: Mehrere Männer richten mit Leiter und Seilen das Kreuz auf dem Steinsockel auf
      Beim Aufstellen des Kreuzes
  11. Schwarz-Weiß-Foto: Gottesdienst im Freien mit Altartisch und vielen Teilnehmern im Wald

    17. September 1972

    Einweihung des Waldwiesmarterls

    Nach mehreren Verschiebungen wird die Gedenkstätte eingeweiht: Trotz Regen und Nebel kommen an die hundert Menschen zur Bergmesse.

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    Viel schwieriger, als erwartet gestaltete sich die Einweihung der Gedenkstätte. Eigentlich wollte man sie noch im Jahr der Fertigstellung einweihen – doch, um eine sorgfältige Vorbereitung zu gewährleisten, verschob man sie auf das Frühjahr 1972. Das unbeständige Wetter zwang zu einem erneuten Aufschub. Der Sommer kam wegen der Fremdensaison nicht in Frage. Der nächste Termin (10. Sept.) passte nicht, denn es war der vorletzte Tag der Olympischen Spiele in München. So wurde der 17. September 1972, beinah, auf den Tag genau, ein Jahr nach der Fertigstellung, gewählt.

    Der Tag der Einweihung

    Das Programm sah vor: 8 Uhr Treffen am Dorfplatz zur gemeinsamen Wanderung zum Waldwiesmarterl (Gehzeit: 2 h, Markierung Blaue 10), 10 Uhr Einweihung.

    Die Nacht zuvor regnete es fast pausenlos, nasskaltes Wetter und Nebel hielten jedoch viele Teilnehmer ab. Die eingeladenen Vereine blieben fast alle aus. Nur die Nachbarsektion Drachselsried war durch ihren Vorstand vertreten. Ein Viertel der Teilnehmer ging trotzdem zu Fuß – der Rest fuhr so weit wie möglich mit dem Auto. Vorstand Alois Gröller konnte dann doch an die Hundert Personen, darunter Bürgermeister Barthl Achatz, seinen Stellvertreter Willi Sturm, zahlreiche Feriengäste und die Vertreter der Sektionen Straubing, Drachselsried und des Lamer Winkels an der Gedenkstätte begrüßen. Er dankte allen die mitgeholfen hatten diese Gedenkstätte zu errichten. Besonders auch der Staatsforstverwaltung, die eine originelle Sitzgruppe und eine ansehnliche Blockhütte errichtet hatte. Dann begann Pfarrer Jakob Fink mit der Bergmesse. Umrahmt wurde sie mit der Waldlermesse, gesungen vom „verstärkten“ Arnbrucker Männerchor. Hans Meier begleitete an der Zither. Die eindrucksvolle Feier fand ihren Ausklang im Berggasthof Eck bei einem gemütlichen Beisammensein, zu dem die Zellertaler Buam aufspielten.

    Quelle: Alois Bauer, Waldvereinschronik

    Bilder

    • Schwarz-Weiß-Foto: Gottesdienst im Freien mit Altartisch und vielen Teilnehmern im Wald
      Einweihung des Waldwiesmarterls
  12. 1974

    Zweite große Instandsetzung des Denkmals

    Das Waldschmidtdenkmal wird gründlich instand gesetzt. Dabei wird eine Kupferdose mit einer Schriftrolle gefunden, auf der die Spender der Bauzeit verzeichnet sind.

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    Die zweite umfangreiche und gründliche Instandsetzung erfolgte 1974.

    Bei der Instandsetzung des Waldschmidtdenkmals im Jahre 1974 wurde eine Kupferdose mit einer Schriftrolle gefunden. Darauf sind die Spender größerer Beträge verzeichnet. Mehr dazu bei der Station „Baugenehmigung zunächst abgelehnt“ (1907).

    Aus der Vorstandsliste

    Unter dem Vorsitz von Kaufmann Alois Gröller (1970–1975): Renovierung des Waldschmidtdenkmals. Unter dem Vorsitz von Polizeibeamter Peter Gäck (1975–1979): Vollendung der Renovierung des Waldschmidtdenkmals.

  13. Männer arbeiten auf einem Felsgipfel an rot gestrichenen Holzbalken

    17. Juli 1999

    Neues Gipfelkreuz auf dem Mühlriegel

    Das 1968 errichtete Gipfelkreuz auf dem Arnbrucker Hausberg war umgestürzt. Waldverein, Feuerwehr und Bergwacht richten gemeinsam ein neues, zehn Meter hohes Kreuz auf.

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    Der Viechtacher Bayerwaldbote berichtete am Mittwoch den 21. Juli 1999:

    Erst gut drei Monate ist es her, dass das Gipfelkreuz auf dem 1080 m hohen Mühlriegel umstürzte. Seit Samstag 17. Juli 1999 ziert ein neues, zehn Meter hohes Kreuz den Arnbrucker Hausberg.

    Die Wald-Vereinssektion, die Feuerwehr und die Bergwacht stellten es gemeinsam auf. Am Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August wird es Pfarrer Josef Maier zu Beginn der traditionellen Bergmesse segnen. Reiner Zufall, es ist genau die 20. Bergmesse.

    Das 1968 errichtete Gipfelkreuz war im Spätwinter zusammengebrochen. Es dauerte nicht lange bis sich unter der Regie der Arnbrucker Wald-Vereinssektion tatkräftige Männer zusammenschlossen um ein neues Kreuz aufzurichten.

    Das Aufrichten

    Sektionsvorsitzender Heinrich Höcherl und sein Stellvertreter Michael Vogl fanden hervorragende Unterstützung. Das neue Kreuz fertigte Otto Müller aus widerstandsfähigem Douglasienholz, Oskar Bauer besorgte Schrauben und Spannseile und Josef Hirtreiter goss den Betonsockel. Der ‚Kagerbauer’ Josef Achatz transportierte es mit seinem Fuhrwerk hinauf. Zum Aufrichten am vergangenen Samstag waren fast 40 Männer gekommen. Ehrensache für Feuerwehr, Bergwacht und Wald-Verein. Fachmännisch wurde das Kreuz mit ‚Schwaiberl’ hochgestemmt, mit Seilen gehalten und schließlich festgeschraubt und verankert.

    Da kam Freude auf – auch bei Pfarrer Josef Maier und Bürgermeister Hermann Brandl, die mit dabei waren und allen Helfern herzlich dankten. Bei Bier und einer Leberkäsbrotzeit (gestiftet von Metzgermeister Reinhold Schoierer) saß die Mannschaft noch eine Weile gemütlich beisammen. Und die Älteren unter ihnen, die schon 1968 dabei waren, als das letzte Kreuz aufgerichtet wurde, wussten einiges zu erzählen.

    Die Fotos stammen aus dem Chronik-Abschnitt zum Gipfelkreuz der alten Vereinsseite; ihr Aufnahmedatum ist dort nicht angegeben.

    Bilder

    • Männer arbeiten auf einem Felsgipfel an rot gestrichenen Holzbalken
      Arbeiten auf dem Gipfel des Mühlriegels
    • Viele Besucher sitzen auf dem Felsgipfel rund um ein hohes Gipfelkreuz
      Am Gipfelkreuz auf dem Mühlriegel
    • Ein Priester spricht bei einem Gottesdienst im Freien vor einem Felsen in ein Mikrofon
      Bergmesse am Mühlriegel

Vorsitzende der Sektion

1911–1914 · Hauptlehrer Franz Wagner

  • Mitgliederzahl: 33

1914–1921 · Gendarmerie-Wachtmeister Georg Reichard

  • Mitgliedsbeitrag: 2 Mark

1921–1924 · Konservenfabrikant Alois Biller

  • Jahresbeitrag: 5 Mark, Aufnahmegebühr 12 Mark
  • Renovierung des durch Blitzschlag beschädigten Wald-Schmidt-Denkmals für 3.605 Mark
  • 1923 Kauf einer Standarte für 3.000.000 Mark

1924–1928 · Schreinermeister Michl Gröller

1928–1929 · Lehrer Karl Gaschler

1929–1930 · Bauer und Posthalter Georg Bruckmayer

1930–1931 · Gastwirt Adolf Vogl

1931–1952 · Bauer Xaver Aschenbrenner

  • Während des 2. Weltkrieges ruhte das Vereinsleben.
  • Gedenkfeier zum 100. Geburtstag des Dichters Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt, auf dem Riedelstein

1952–1956 · Bauer und Posthalter Georg Bruckmayer

1956–1970 · Hauptlehrer Gustav Lindner

  • Aufstellen von Ruhebänken
  • Beginn der Markierung der Wanderwege nach den Grundsätzen des Naturparks
  • Erneuerung des Mühlriegelkreuzes
  • Durchführung des Bayerwaldtages

1970–1975 · Kaufmann Alois Gröller

  • Anlage eines Wanderwegenetzes
  • Aufstellen einer Orientierungstafel, Ruhebänken und Abfallkörben
  • Errichtung des Waldwiesmarterls
  • Renovierung des Waldschmidtdenkmals
  • Herausgabe einer Wanderkarte
  • Geführte Wanderungen für Feriengäste

1975–1979 · Polizeibeamter Peter Gäck

  • Vollendung der Renovierung des Waldschmidtdenkmals
  • Bau einer Grillstation
  • Ausbau der Markierung

1979–2000 · Sonderschulrektor Heinrich Höcherl

  • Bau der Begrüßungsschilder am Ortseingang
  • Errichtung von Stempelstellen für Wanderer
  • Renovierung von Flurdenkmälern
  • Einführung des jährlichen Weinfestes
  • Durchführung des Bayerwaldtages

2000–2006 · Realschulkonrektor Michael Vogl

  • Jährliche Kulturfahrten
  • 90-Jahr-Feier der Sektion
  • Maiandacht am Waldwiesmarterl

2006–2024 · Hauptschullehrerin Katharina Tremmel

  • 100-Jahr-Feier der Sektion
  • Neuorganisation der Wanderwegemarkierungen

seit 2024 · Polizeibeamter Andreas Menacher

Die Sektion im Bayerischen Wald-Verein

Die Tätigkeiten des Bayerischen Wald-Vereins werden getragen vom Hauptverein mit seinen Ausschüssen und von 62 Sektionen, die eigenständig ihr Programm gestalten. Rund 22 000 Mitglieder gehören gegenwärtig dem Bayerischen Wald-Verein an und die Zahl steigt stetig. Wenn auch Sie Verbindung zu Natur, Kultur und Brauchtum haben, dann: „Werden Sie Mitglied beim Bayerischen Wald-Verein“.

Die Mitglieder erhalten viermal jährlich die Vereinszeitschrift „Der Bayerwald“. Die Bezugskosten sind mit dem Mitgliederbeitrag abgegolten.

Zahlen aus der Vereinschronik; der Hauptverein nennt auf seiner Website derzeit 57 Sektionen und knapp 17 500 Mitglieder.